Kiel Center for Philosophy, Politics and Economics (KCPPE)

Endliche Welt und offene Zukunft

Endlichkeit und Wachstumskritik im politischen Denken der Gegenwart

Das Forschungsvorhaben befasst sich mit dem Einfluss säkularisierter Zeit- und Fortschrittsvorstellungen auf ökonmische Wachstumstheorien und deren ökologische Kritik. Es geht von der Forschungshypothese aus, dass die Säkularisierung zur Herausbildung moderner Fortschritts- und Wachstumsideen geführt hat, die aus einer Übertragung lebenszeitlicher auf weltzeitliche Endlichkeitsvorstellungen resultieren. Die Verbindung von Lebenszeit und Weltzeit hat nicht nur zu einer Beharrlichkeit des modernen Wachstumsgedankens, sondern auch zu einer Krise des auf Wachstum gegründeten gesellschaftlichen Ordnungsmodells beigetragen.

Dieser Zusammenhang von Zeitlichkeit, Endlichkeitsvorstellungen und Wachstumskritik ist in der bisherigen Forschung nicht hinreichend berücksichtigt worden.

Vor diesem Hintergrund wird gezeigt, warum das ökologisch-politische Denken, das seit den siebziger Jahren die Landschaft des politischen Denkens erweitert hat und das seinen Anlass in der Wahrnehmung der Endlichkeit und Fragilität der natürlichen Lebensgrundlagen hat, das Wachstumsparadigma in einer Krise sieht. Es werden exemplarische Beiträge dieser Ideenströmung daraufhin untersucht, ob sie unter den Bedingungen einer möglichen Endlichkeit der Menschheitsgeschichte geeignet sind, eine offene Zukunft zu erhalten und inwiefern sich zudem problematische Züge einer apokalyptischen Grundhaltung zeigen, die freiheitsfeindliche Implikationen aufweist.

Das von der DFG geförderte Projekt wird von Prof. Dr. Tine Steine von der Georg-August-Universität Göttingen in Kooperation mit Prof. Dr. Ludger Heidbrink, Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, geleitet. Auf die Projektseite der Georg-August-Universität Göttingen gelangen Sie hier.